Olympia
Über die Chancen und Auswirkungen der geplanten Olympischen Spiele 2018 diskutierte der Jungbayernbund im März 2011 zusammen mit hochrangigen Mandatsträgern der Bayernpartei in Garmisch-Partenkirchen.
Grundsätzlich waren sich alle Teilnehmer einig, dass eine solche Großveranstaltung auch angesichts der Erfahrung der Sommerspiele 1972 positiv zu sehen sei. Man dürfe aber die Augen vor den Problemen nicht verschließen.
Thomas Hummel, der in Vertretung für den Münchner Stadtrat und JBB-Vorsitzenden Richard Progl die Position der BP in der Landeshauptstadt darstellte, kritisierte vor allem die offiziell ausgegebene „Hurra-Stimmung“. Nach den Erfahrungen mit der Münchner Stadtverwaltung sei zudem zu befürchten, dass die veranschlagte Bilanz nicht eingehalten werde und ein enormes Kostenrisiko drohe.
Anwohner der Skigebiete im Landkreis kritisierten die Auswahl der Veranstaltungsorte. Schließlich gäbe es in der Region schon seit Jahrzehnten erfolgreiche internationale Alpin-Wettbewerbe, deren Erfahrungen aber scheinbar kaum in die Bewerbungsunterlagen eingeflossen seien. Statt der bewährten Anlagen werde oftmals auf teure und nicht nachhaltige Neubauten zurückgegriffen.
Gemeinderat Andreas Grasegger, sprach aus Garmischer Sicht vor allem die erhofften Infrastrukturverbesserungen an. Die Straßen- und Bahnanbindungen nach München seien noch immer völlig unzureichend. Im touristischen Wettbewerb mit Österreich gerate die Zugspitzregion immer mehr ins Hintertreffen. Hier könnten Olympische Winterspiele vielleicht den notwendigen Investitionsanreiz ausmachen.
Hummel stimmte dem zu, merkte aber zugleich an: „Es ist schon eine bemerkenswerte Geringschätzung der Bevölkerung, wenn die Staatsregierung für die Menschen, die ihr Leben lang in der GAP-Region wohnen, keine Ausgaben tätigen will. Aber wenn zwei Wochen lang ein paar Sportler zum Skifahren kommen, dann ist plötzlich Geld da.“
Nach engagierter Diskussion wurde schließlich ein Konzept mit notwendigen Infrastrukturmaßnahmen beschlossen, das von der Olympia-Entscheidung grundsätzlich unabhängig ist. Bei der Frage, welche Stadt wohl den Zuschlag für die 2018er-Spiele bekommen wird, sah die Mehrheit der Teilnehmer das südkoreanische Pyeongchang vorn.
